VBB (Theater Bozen) – Jänner 2002

Tragikomödie von Felix Mitterer
Regie: Erich Innerebner
Das “Tausendjährige Reich“ ist noch jung, als ein Tiroler Bergbauer wie aus dem Nichts im Wiener Theater auftaucht und vorzusprechen wünscht. Amüsiert und widerwilllig zugleich gestattet ihm der Theaterdirektor, den Monolog aus Schillers ‘Wilhelm Tell“ vorzutragen.
Und siehe da: Der “Tiroler Golem“ entpuppt sich als veritables Naturtalent. Er wird vom Fleck weg engagiert und steigt schnell zum gefeierten Star des deutschen Theaters auf – bis, ja bis der kernige Heldendarsteller Benedikt Höllrigl seine wahre Identität enthülft: Er ist der aus “rassischen“ Gründen entlassene jüdische Schauspieler Arthur Kirsch.
Wie so häufig in seinen Werken stützt sich Felix Mitterer auch bei seiner “Löwengrube“ auf eine wahre Begebenheit. Er erzählt aber nicht nur die Geschichte nach, sondern kreiert mit dem jüdischen Schauspieler Kirsch eine Figur, die mit der scheinbaren Naivität eines Bergbauern den Rassenwahn der Nazis ad absurdum führt und so das politische System desavouiert.

Felix Mitterer betrachtet mit Abstand, von seiner Wahlheimat Irland aus, das Land, aus dem er gebürtig stammt. Er sieht auf Tirol, dessen Vergangenheit (“Gaismair“) und mögliche Zukunft (“Piefke Saga“). Als Autor moderner Volksstücke ist er nicht erst seit “Sibirien“ in aller Munde. Er besticht durch historisch geprägte und sozialkritische Stücke, er regt zum Denken an, reißt mit, entzweit, und vor allem, er glaubt an die verändernde Wirkung des Theaters.

Inszenierung: Erich lnnerebner

Arthur Kirsch alias Benedikt Höllrigl: Christian Spalzek
Helene Schwaiger: Margot Maria Paar
Theaterdirektor Meisel: Gottfried Pfeiffer
Polacek, Schauspieler: Marcus Thill
Strassky, Schauspieler: Karl Heinz Macek
Jakschitz, Schauspieler: Günther Götsch
Olga Sternberg, Schauspielerin: Katrin Stuflesser
Goebbels: Thomas Landl
Eder, Bühnenmeister: Theo Rufinatscha
der echte Benedikt Höllrigl: Andreas Unterhofer
Gestapobeamte: Norbert Knollseisen, Markus Soppelsa
SS- und SA-Männer: Walter Landi, Markus Moser, Markus Oberrauch, Günther Steier, Hannes Unterhofer
Sowie: Luca Agostini, Hans Gruber, Franz Gummerer, Werner Hohenegger, Liz Marmsoler, Linde Spitaler, Elisabetta Squarcina, Nico Squarcina, Karoline Viehweider, Karl Weinreich und Hansi Winkler

Termine:
05.01.2002 – Premiere
06.01.2002
16.01.2002
17.01.2002
18.01.2002
19.01.2002
20.01.2002

Neues Stadttheater am Verdiplatz – Großer Saal

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